Pressemitteilung / Welttag des bedrohten Anwalts 2026: Vereinigte Staaten
Anlässlich des Welttags des bedrohten Anwalts, der am 24. Januar begangen wird, widmet das Internationale Observatorium für bedrohte Anwälte (OIAD) seine Ausgabe 2026 der besorgniserregenden Situation von Anwälten in den Vereinigten Staaten.
Traditionell als stabile Demokratie wahrgenommen, erleben die Vereinigten Staaten eine Zunahme politischen Drucks, von Diffamierungskampagnen sowie von Angriffen auf die Unabhängigkeit, die sich gegen Anwälte und andere Rechtsberufe richten.
Diese Dynamiken betreffen insbesondere Fachleute, die mit sensiblen Fällen befasst sind, etwa im Bereich der Bürgerrechte, der Migration, der Polizeigewalt, des Umweltschutzes oder der Wahljustiz.
Das Observatorium hat speziell einen Anstieg von Online-Einschüchterungen, gezielten Ermittlungen sowie Maßnahmen festgestellt, die geeignet sind, Anwälte davon abzuhalten, bestimmte Verteidigungen zu übernehmen, wodurch der Zugang zur Justiz beeinträchtigt wird. Diese Situationen wurden bereits im März 2025 angeprangert, als die US-amerikanische Regierung Sanktionen gegen das Personal des Internationalen Strafgerichtshofs sowie gegen Anwaltskanzleien im Land verhängte.
Diese Feststellung erinnert daran, dass kein Land, selbst eines mit starken Institutionen, vor einem Rückschritt des Rechtsstaats gefeit ist.
Wie jedes Jahr anlässlich dieses Welttags hat das OIAD eine ausführliche Broschüre veröffentlicht, die in mehreren Sprachen verfügbar ist, sowie ein Mobilisierungskit und ein Plakat, deren Auslage innerhalb Ihrer Institutionen das Observatorium ausdrücklich empfiehlt.
Das Internationale Observatorium für bedrohte Anwälte ruft Rechtsanwaltskammern, Verbände, Institutionen und Bürgerinnen und Bürger dazu auf, diese Situation bekannt zu machen, Veranstaltungen zu organisieren und die ihnen zur Verfügung gestellten Materialien zu verbreiten.
Die gesamte Dokumentation ist auf unserer Website abrufbar: https://protect-lawyers.org/journee-mondiale/.
Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns bitte unter folgender Adresse: contact@protect-lawyers.org.
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Das OIAD besteht aus 42 aktiven Mitgliedern:
- Frankreich: CNB; Rechtsanwaltskammern: Aix-en-Provence, Hauts-de-Seine, Lille, Lyon, Marseille, Nantes, Nizza, Paris, Rouen, Straßburg, Tours
- Spanien: Consejo General de la Abogacía Española; Rechtsanwaltskammern: Barcelona, Bizkaia, Madrid, Talavera, Pamplona
- Italien: Consiglio Nazionale Forense; Rechtsanwaltskammern: Bologna, Brescia, Messina, Mailand, Modena, Monza, Padua, Patti, Rom, Rovereto, Turin, Verona
- Deutschland: Rechtsanwaltskammern: Hamm, Köln
- Schweiz: Rechtsanwaltskammern: Genf, Neuenburg, Waad
- Belgien: Rechtsanwaltskammer Brüssel
- Türkei: Rechtsanwaltskammern: Diyarbakir
- Kamerun: Rechtsanwaltskammer Kamerun
- Demokratische Republik Kongo (DRK): Rechtsanwaltskammer Lualaba
- Mexiko: Ilustre y Nacional Colegio de Abogados México
Sowie 18 assoziierte Mitglieder: Afghanistan Independent Bar Association in Exile, Avocats Européens Démocrates, ASF France, Berliner Anwaltsverein e.V., Belarusian Association for Human Rights Lawyers, China Human Rights Lawyers Concern Group, Conférence des Bâtonniers, CCBE, Défense sans Frontières – Avocats Solidaires, Endangered Lawyers – Avvocati Minacciati, FNUJA, IDHBP, Lawyers for Lawyers, SAF, UJA Aix-en-Provence, The Arrested Lawyers Initiative, Union des Jeunes Avocats de Marseille, Association des Juristes Progressistes de Genève, Union Nationales des Avocats (UIA), Asociación de Abogadas y Abogados, Jueces y Fiscales de América Latina y el Caribe (AJUFIDH) sowie Belarusian Association for Human Rights Lawyers (BAHRL).
