1 April 2026
Das OIAD äußert seine große Besorgnis über den gewaltsamen Tod der südafrikanischen Rechtsanwältin Chinette Gallichan, 35 Jahre alt, die am Montag, dem 23. März, in Johannesburg durch Schüsse getötet wurde.
RAin Gallichan war hauptsächlich im Bereich des Arbeitsrechts tätig und wirkte in Streitigkeiten zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern mit. Insbesondere war sie in Verfahren im Zusammenhang mit angefochtenen Kündigungen sowie Entschädigungsforderungen im Bergbausektor involviert[1].
Die Anwältin befand sich in der Nähe der Büros der Commission for Conciliation, Mediation, and Arbitration (CCMA), wo sie in einem arbeitsrechtlichen Verfahren tätig werden sollte. Eine Person soll sich ihr genähert und aus nächster Nähe auf sie geschossen haben, bevor sie den Tatort verließ.
Keiner ihrer persönlichen Gegenstände wurde entwendet; mehrere Quellen sprechen von der Möglichkeit einer gezielten Tat. Eine Untersuchung wurde eingeleitet, um die genauen Umstände dieses Mordes festzustellen.
Die Ermordung von Rechtsanwältin Gallichan hat unter ihren Kollegen große Bestürzung ausgelöst, die ihr berufliches Engagement für die Verteidigung des Arbeitsrechts in Südafrika würdigen.
Das Observatorium bekundet sein Beileid gegenüber den Angehörigen, den Kollegen von Rechtsanwältin Chinette Gallichan sowie der gesamten südafrikanischen Anwaltschaft.
Das Observatorium fordert die südafrikanischen Behörden auf, eine gründliche, unabhängige und unparteiische Untersuchung durchzuführen, um die Täter dieses Mordes zu identifizieren und vollständige Klarheit über dieses Verbrechen zu schaffen.
Das Observatorium unterstreicht, dass jeder Angriff auf die körperliche Unversehrtheit eines Anwalts aufgrund seiner beruflichen Tätigkeit eine unmittelbare Bedrohung für den Zugang zur Justiz und die Unabhängigkeit des Justizsystems darstellt, wie sie in der südafrikanischen Verfassung verankert sind.
Das Observatorium fügt hinzu, dass Anwälte gemäß den Havanna-Grundsätzen ihre Tätigkeit ohne Angst vor Repressalien ausüben können müssen, auch in besonders sensiblen Streitkontexten.
Das Observatorium erinnert daran, dass die Staaten gemäß den vorgenannten Grundsätzen zur Rolle der Anwaltschaft verpflichtet sind, den Schutz der Anwälte bei der Ausübung ihrer Tätigkeit zu gewährleisten.
[1] Der Bergbausektor in Südafrika ist regelmäßig von sozialen Konflikten und sensiblen Rechtsstreitigkeiten geprägt, wie das Beispiel des Massakers von Marikana im Jahr 2012 gezeigt hat.